Der Akita

 
Rasseportrait in der ÖKV Zeitschrift "Unsere Hunde" September 2021
 
 
Der Akita (Inu) ist eine ursprüngliche, eigenständige und ganz besondere Rasse, nicht dafür gezüchtet dem Menschen unbedingt gefallen zu wollen.
 
Ein Akita hat seinen eigenen Kopf und Charakter und ist für den Menschen nicht einfach zu "führen". Der Akita hat Schutz- und Jagdinstinkt,
eine große Individualdistanz, ist sehr auf seine Familie bezogen, wenn erwachsen dann oft Fremden gegenüber reserviert.
 
Nur nur wenn man den ganz eigenwilligen Charakter liebt und respektiert dann ist der Akita auch die richtige Wahl.
 
 

Einmal Akita, immer Akita! (Oder nie wieder Akita!)

Geschichte

Der japanische Akita gehört zur Familie der Spitze und repräsentiert die größte der ursprünglichen japanischen Hunderassen.

Man nimmt an, die Rasse hat sich im Norden Japans entwickelt und war unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt wie zB. Matagi Inu, Odate Inu, Akita Inu bzw. Akita Ken.

Die Verwendung hat sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt. Ursprünglich für die Jagd gezüchtet, wurde der Akita auch als Wach- und Arbeitshund verwendet und für Hundekämpfe missbraucht.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Rasse mit dem Tosa Inu und dem europäischen Mastiff gekreuzt. Im Jahr 1908 wurden Hundekämpfe in Japan verboten und eine neue Phase der Weiterentwicklung und des Erhalts der Rasse eingeleitet. Dies gelang dank ambitionierter Züchter und durch die Gründung der Organisation „Akita Inu Hozonkai“ (AKIHO) im Jahre 1927. Der Akita wurde 1931 zu Japans „Naturdenkmal“ erklärt. Nach Ende des zweiten Weltkrieges (1945), hatte die Population drastisch abgenommen und es wurde mit dem Wiederaufbau der ursprünglichen Rasse gestartet.

Stolz und wunderschön: Der Auftritt des Akita

Wörtlich laut Standard: Der Akita ist ein wohlproportionierter Hund von kräftigem Körperbau mit viel Substanz, viel Adel und Würde in Bescheidenheit.

Auf den ersten Blick sieht der Akita wie ein großer niedlicher Teddybär aus. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine äußerst stolze und intelligente Hunderasse. Der Akita ist ein großer, kräftiger und muskulöser Hund. Rüden können ein Gewicht von ca. 35 kg und eine Widerristhöhe von 70 cm erreichen (Rassestandard sind 67 cm +/- 3 cm Tolleranz).

Der Kopf des Akita ist groß und rund. Er hat eine ausgeprägte Stirnfurche und eine spitze, mittellange Schnauze. Augen sind immer braun, nahezu dreieckig. Die dreieckigen Ohren sind aufgerichtet. Typisch für den Akita ist seine eingerollte Rute, die er fest auf dem Rücken trägt.

Das Haarkleid besteht aus Deckhaar und weicher dichter Unterwolle. Die Fellfarben sind rot, gestromt (=brindle) und weiß. Bei der Farbe gestromt unterscheidet man „kuratora“ (schwarz brindle), „aktatora“ (rot brindle) und „shimofuri“ (silber brindle).

 
 
Fellfarben:

Im Rassestandard des Akita werden 4 Fellfarben genannt: Rot-falbfarben, sesam (rot-falbfarbene Haare mit schwarzen Spitzen), gestromt (=brindle) und weiß. Alle angeführten Farben außer Weiß müssen „Urachiro“ aufweisen (Urachiro = weißliches Haar seitlich am Fang und an den Backen, an der Unterseite des Kiefers, des Halses, der Brust, des Körpers und der Rute und an der Innenseite der Gliedmaßen.)

Tatsächlich gibt es beim heutigen Akita nur 3 Fellfarben, die Inkludierung von sesam ist missverständlich, sesam Akita hat es schon seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben.

Bei der Farbe brindle unterscheidet man in:

  • KURATORA (black brindle)
  • AKATORA (red brindle)
  • SHIMOFURI (silver brindle) - ein Untertyp

©jaca

Welpen in der Farbe Rot haben meist eine noch dunkle Maske die dann aufhellt. Auch brindle Welpen hellen meist etwas auf und die Zeichnung kommt später besser zum Vorschein.

 
Der Charakter des Akita Inu - Kein Teamplayer, aber eine treue Seele

Der Akita ist keinesfalls ein anhänglicher Hund. Er zeichnet sich stattdessen durch seinen unabhängigen und willensstarken Charakter aus. Zwar hat er zu seinen Bezugspersonen eine durchaus starke Bindung, dennoch ist er nicht unterwürfig. Der Akita ist fremden Menschen gegenüber freundlich, eher distanziert und desinteressiert. Der Hunderasse wird nachgesagt, anderen Artgenossen gegenüber nicht wohlgesonnen zu sein. Mit dem richtigen Sozialisierungstraining kann man diesen stolzen Einzelgänger gesellschaftstauglich machen, ein ausgesprochener Teamplayer ist er jedoch nicht. In seinem Zuhause verhält sich der Akita eher ruhig und bellt wenig. 

Der Akita legt oft nicht allzu viel Wert auf fremde Gesellschaft, seine Familie reicht ihm vollkommen aus. Er kann als Einzelhund gehalten werden, gewöhnt sich aber auch an andere Tiere im Haus. An Katzen sollte sich der Akita möglichst von klein auf gewöhnen. Auch mit Kindern kommt er in der Regel sehr gut aus und ist ihnen gegenüber geduldig und liebevoll. Da der Akita dazu tendiert, seine Familie zu beschützen, sollte man ihn mit Besuch nie unbeaufsichtigt lassen. Der Akita kann für den Hundesport eingesetzt werden (wenn er das möchte), jedoch braucht er diese Bewegung nicht unbedingt.

Der stolze japanische Spitz braucht eine liebevolle, aber konsequente Führung. Ist man zu diesem Hund erst einmal durchgedrungen, hat man einen treuen Freund fürs Leben gewonnen. Zwar ist der Akita kein klassischer Familienhund, sondern eher ein Einzelgänger – mit einem guten Sozialisationstraining kann er sich jedoch wunderbar in eine Familie integrieren und seine Funktion als Begleithund ausführen. Ein Besuch einer Hundeschule – wenn möglich mit Akita Erfahrung – ist auf jeden Fall zu raten. Diese Hunderasse prüft gern die Sinnhaftigkeit eines Kommandos und ist fast nie unterwürfig. Er ist in der Regel kein Freund von Hundefreilaufzonen (zu viele Fremde), sondern gibt sich mit langen, ausgiebigen Spaziergängen und gelegentlichen Such- und Zerrspielen zufrieden.

Hachiko

Weitreichende Bekanntheit erlangte der Akita durch den Hollywood Film Hachiko. Der treue Akita Hachiko wartet nach dem Tod seines „Herrchen“ jahrelang am Bahnhof auf dessen Rückkehr wo sie sich voneinander verabschiedet hatten. Die Verfilmung beruht zwar auf einer wahren Geschichte, wird jedoch hollywoodreif inszeniert. Der historische Hachiko wurde erst nach seinem Tod zur Legende. Zu Lebzeiten hatte er ein eher hartes Leben, da er oft aus Unverständnis von der Bahnstation vertrieben wurde.

Wenn sie sich für einen Akita interessieren, nehmen sie den Film bitte nicht für bare Münze bzw. erwarten sie sich nicht so ein Exemplar.

Der einzigartige Charakter

Der Akita als Allrounder und liebevoller Familienhund erfreut sich heute an immer größerer Beliebtheit. Über den ursprünglichen, eigenständigen und willensstarken Charakter des Akita sollte man sich jedoch bewusst sein. Ein Akita kann alles, wenn er nur will!

 
Literatur: